Opduwer „Mirjan“

85 Jahre ist das Schiff schon alt und wird liebevoll von ehrenamtlichen Mitgliedern des Schipper Klottje gepflegt.

Der lange Winter 1929 und die aufkommende Konkurrenz der Motor-Schiffe brachten die traditionellen Frachtsegler in Holland in arge Bedrängnis. Die Frachtschiffe wurden bis dahin in Kanälen und Häfen von Hand oder Pferden gezogen

(getreidelt). Tjalken, Aaken und Bolschiffe eigneten sich nicht gut zur Motorisierung. Eine einfache und preiswerte Lösung waren „Opduwer“ (Auf-Drücker) die man am Heck der Frachtsegler vertäute. Einige Hundert davon wurden in Holland gebaut.

So konnte man unabhängig vom Wind fahren. Ganze Familien hatten ihr Einkommen und lebten vom Einsatz dieser Opduwer.

„Schwarze Männer“ nannte man die Skipper der kleinen Boote, weil die Motoren oft bis an ihre Grenzen belastet wurden und dabei schwarz qualmten. Schwarz im Gesicht, wie Schornsteinfeger, sahen sie oft nach einem langen Arbeitstag aus.

„MIRJAN“ wurde 1930 auf einer Werft in Hoogezand (Provinz Groningen) gebaut. 85 Jahre ist das Schiff schon alt und wird liebevoll von ehrenamtlichen Mitgliedern des Schipper Klottje gepflegt.

Technische Daten

Länge: 4,60 m

Breite: 1,60 m

Tiefgang: 0,90 m

Gewicht: ca. 3 Tonnen

Motor: 2 Zylinder Lister Diesel, JP2

Langsamläufer,

21 PS bei 1200 U/min

Eigner: „Schipper Klottje“ Leer

Liegeplatz:

Museumshafen Leer

Historische Altstadt Leer

Trockenstellung (Werftzeit) September 2020 des Opduwer „MIRJAN“

Nach 4 Jahren im Wasser war es im September 2020 an der Zeit, „MIRJAN“ mal wieder eine Werftzeit zu gönnen, um das Unterwasserschiff zu reinigen, mit einem neuen Anstrich zu versehen und die Anoden zu erneuern. Da ja gute Kontakte Gold wert sind und nicht an jeder Kaikante ein Kran zur Verfügung steht, um das Schiff aus dem Wasser zu nehmen, wurde nach Rücksprache mit dem zuständigen Inspektor der Reederei Hartmann Leer kurzerhand die Werftzeit / Trockenstellung an Bord des Hochseeschleppers „EMS TUG“ verlegt.

Der 16-Tonnen Kran des Schleppers „EMS TUG“ hatte keine Probleme „MIRJAN“ (3 Tonnen) aus dem Wasser zu heben.

Das große Arbeitsdeck eignete sich perfekt als Arbeitsplattform.

Nach 4 Tagen wurde „MIRJAN“ dann mit einem neuen Unterwasseranstrich dem Leeraner Hafenwasser wieder übergeben.